Auf der Reifhorn-Überschreitung in den Loferer Steinbergen bewegst du dich oft seilfrei im exponierten Fels. Auf dem Klassiker sind aber auch Stellen bis im 4. Grad zu bewältigen.
Reifhörner (2487 m) – luftige 4-Gipfel-Gratüberschreitung IV-
Exposition

Bewertung
****
Schwierigkeit
IV- / IV- obligat / E2
Länge
8 SL
160 Klettermeter
Zeit
Juni – September
Ich bewege mich schon in der tiefsten Gangart – trotzdem bleibt mein Rucksack oben am Loch hängen. Jetzt, auf dem Bauch liegend, robbe ich weiter. Ups, direkt nach dem Loch endet das Band. Ich stütze mit den Händen an der Kante und meine Blicke fallen plötzlich 500 Meter senkrecht nach unten. Mit einer kleinen Yoga-Übung kann ich mich aus der zutiefst beeindruckenden Situation befreien. Kurz darauf bewege ich mich die letzte Seillänge aufwärts – jetzt wieder mit gewohnter Blickrichtung nach vorn, oben!
Mit Eiskogl, Kreuzreifhorn, Großem und Westichem Reifhorn erlebst du auf der erheitenden Überschreitung einen echten Gipfelreigen. Du bewegst dich viel seilfrei im 1. und 2. Grad, teils durchaus exponiert. Die Seillängen bis in den unteren 4. Grad sind ausreichend mit Bohrhaken ausgestattet. Mehrere steile Abseilfahrten machen die Reifhörner lebhaft und fordern dein Seilhandling.
Der Fels ist fast durchgängig fest und rau – nur die Rinne kurz vor dem Eiskogel ist brüchig (III).
Eine uneingeschränkte Empfehlung bekommt die von Schmidt-Zabierow-Hütte: Das Team ist sehr nett und vor allem können sie hervorragend kochen!
Tipp
Die Tour befindet sich auch „im schweren Fels“ von Walter Pause. Im Gebiet gibt es weitere leichte Klettertouren und mit dem Bischof auch einen schönen Turm!
Sicherheitshinweise
Besonders in den seilfreien Passagen genau auf die richtige Route achten. Auf den Platten sind selbstverständlich auch keine Gehspuren vorhanden.
Zustieg
Wir starten an der von Schmidt-Zabierow-Hütte in östlicher Richtung in die Mulde hinab. An der Weggabelung folgen wir dem Weg 613 noch ca. 5 Minuten weiter über schönen, karstigen Kalk. Nun weglos nach Süden (rechts) über Platten und Schrofen, vorbei an einer beeindruckenden Doline, aufwärts. An der Nase befinden sich für den Einstieg mehrere Möglichkeiten. Zu empfehlen ist die „Direkte Nas´n“ ganz östlich (links) am Felsriegel und die daneben liegende Tour „der Schuh des Manitou“ (IV, 10 Exen erf.). Der Einstieg an einem Bolt befindet sich auf circa 1990 m.
Das Topo beschreibt im Detail die Klettetour.
Abstieg
Vom Westlichen Reifhorn über den markierten Westrücken in leichter Kletterei, teils mit Stahlseilen versichert, bis in das Wehrgrubenjoch (I, A/B). Von hier weiterhin exponiert entlang des Stahlseiles nach Norden hinab und durch die große Wehrgrube zurück zur von Schmidt-Zabierow Hütte.





















