SAC-Skitourenskala

Leider gibt es  in den Ostalpen kein gutes und weit verbreitetes Bewertungssystem für Skitouren. Deshalb ist es die beste Möglichkeit Skitouren mit der harten Skala des Schweizer Alpenclub zu bewerten. Man darf sich von den Begrifflichkeiten nicht täuschen lassen: Eine Tour mit wenig über 30 Grad die als WS – wenig schwierig eingestuft ist kann zum Beispiel bei schlechten Bedingungen wie Vereisung durchaus sehr anspruchsvoll und dann nur für sehr erfahrene Skibergsteiger geeignet sein!

GradSteilheitAusgesetztheitGeländeform
Aufstieg und Abfahrt
Engpässe
in der Abfahrt
L (+)
leicht
bis 30°keine Ausrutschgefahr weich, hügelig, glatter Untergrund keine Engpässe
WS (- +)
wenig schwierig
ab 30°kurze Rutschwege, sanft auslaufend überwiegend offene Hänge mit kurzen Steilstufen. Hindernisse mit Ausweichmöglichkeiten (Spitzkehren nötig) Engpässe kurz und wenig steil
ZS (- +)
ziemlich chwierig
ab 35°längere Rutschwege mit Bremsmöglichkeiten (Verletzungsgefahr)kurze Steilstufen ohne Ausweichmöglichkeiten, Hindernisse in mässig steilem Gelände erfordern gute Reaktion (sichere Spitzkehren nötig)Engpässe kurz, aber steil
S (- +)
schwierig
ab 40°lange Rutschwege, teilweise in Steilstufen abbrechend (Lebensgefahr)Steilhänge ohne Ausweichmöglichkeiten. Viele Hindernisse erfordern eine ausgereifte und sichere Fahrtechnik Engpässe lang und steil. Kurzschwingen für Könner noch möglich
SS (- +)
sehr schwierig
ab 45°Rutschwege in Steilstufen abbrechend (Lebensgefahr) allgemein sehr anhaltend steiles Gelände. Oft mit Felsstufen durchsetzt. Viele Hindernissen in kurzer FolgeEngpässe lang und sehr steil. Abrutschen und Quersprünge nötig
AS (- +)
ausserordentlich schwierig
ab 50°äusserst ausgesetzt äusserst steile Flanken oder Couloirs. Keine Erholungsmöglichkeit in der AbfahrtEngpässe lang und sehr steil, mit Stufen durchsetzt, nur Quersprünge und Abrutschen möglich
EX
extrem schwierig
ab 55°extrem ausgesetztextreme Steilwände und Couloirsevtl. abseilen über Felsstufen nötig

Generell ist zu beachten, dass es sich bei den Schwierigkeitsbewertungen um Richtwerte bei guten Schnee, Witterungs- und Sichtverhältnissen handelt. Ein Minus (-) nach dem Kurzzeichen weist auf eine geringere Schwierigkeit als der angegeben Grad hin und ein Plus (+) auf eine höhere Schwierigkeit.

Jede Tour erhält die Bewertung der schwierigsten Stelle (Spitzenwert der Hauptkriterien), und nicht die des Durchschnittes.

Ist die Orientierung auf einer Tour im Aufstieg und/oder Abfahrt sehr schwierig oder können Routenfehler kaum oder gar nicht mehr korrigiert werden, wird die Bewertung einer Tour um eine Drittelstufe (z.B. von WS+ auf ZS-) angehoben.

Weiters ist zu beachten, dass die Schweizer Skitourenskala nur die Schwierigkeiten und Gefahren einer Tour bewertet, die im Aufstieg und Abfahrt mit Ski zu bewältigen sind. Wird zum Beispiel der Gipfel über einen Felsgrat erreicht, ist zusätzlich die Kletterschwierigkeit (UIAA-Skala) zum Beispiel im Text angegeben. Eventuelle Steileisstellen auf einer Skitour können in Grad der Flanke (z.B. 70°) angegeben sein und zusätzlich kann auf das benötigte Material, wie Steigeisen, Pickel, Eisschrauben etc. hingewiesen werden.

In guten Beschreibungen von Skitouren entsprechen die Ausdrücke für Hangsteilheiten den Bezeichnungen in der europäischen Lawinengefahrenskala: Steilhänge sind über 30 Grad, sehr steile Hänge über 35 Grad und extrem steile Hänge über 40 Grad steil.

Die Länge einer Tour und die dafür notwendige Kondition wird in der Schweizer Skitourenskala nicht bewertet. Ein durchschnittlicher Skibergsteiger bewältigt bei guten Bedingungen in einer Stunde circa 400 Höhenmeter. Für lange Flachstücke und Schwierigkeiten wie Steigeisenpassagen ist zusätzlich Zeit zu veranschlagen. Besonders auf längeren Touren sind entsprechende Pause einzukalkulieren und Zeit für eine gemütliche Gipfelrast sollte auf keiner Tour fehlen. Für eine flüssige Abfahrt im gemäßigten Gelände benötigt man in etwa ein Viertel bis ein Drittel der Zeit für den Aufstieg. Extrem steile Hänge die entsprechend vorsichtig gefahren werden müssen benötigen ebenso mehr Zeit wie auch Schiebepassagen und Gegenanstiege.