SAC-Skitourenskala

Leider gibt es  in den Ostalpen kein Bewertungssystem, so blieb keine andere Wahl, als die Touren mit der harten Skala des Schweizer Alpenclub zu bewerten. Man darf sich von den Begrifflichkeiten nicht täuschen lassen. Eine Tour mit wenig über 30 Grad die als WS – wenig schwierig eingestuft ist kann zum Beispiel bei schlechten Bedingungen wie Vereisung durchaus sehr anspruchsvoll und dann nur für sehr erfahrene Skibergsteiger geeignet sein!

  1. Die Gesamtbewertung (Grad) der Skitouren entspricht dem Spitzenwert der Hauptkriterien.
  2. Bei Einbezug von Hilfskriterien wurde der Schwierigkeitsgrad um eine Drittelstufe angehoben (z.B. von WS+ auf ZS-).
  3. Ein minus (-) weist auf geringere Schwierigkeiten als der angegebene Schwierigkeitsgrad hin. Ein plus (+) auf höhere.
  4. Bei den Schwierigkeitsangaben handelt es sich um Richtwerte bei guten Schnee-, Witterungs- und Sichtverhältnissen.
  5. Die Bewertung bezieht sich ausschliesslich auf den skifahrerischen Teil der Touren. Alpintechnische Schwierigkeiten sind im Beschreibungskopf separat umschrieben (Bewertung: UIAA-Skala für Kletterstellen, dazu Wortbeschrieb für den Fussaufstieg).
GradSteilheitAusgesetztheitGeländeform
Aufstieg und Abfahrt
Engpässe
in der Abfahrt
L (+)
leicht
bis 30°keine Ausrutschgefahr weich, hüglig, glatter Untergrund keine Engpässe
WS (- +)
wenig schwierig
ab 30°kürzere Rutschwege, sanft auslaufend überwiegend offene Hänge mit kurzen Steilstufen. Hindernisse mit Ausweichmöglichkeiten (Spitzkehren nötig) Engpässe kurz und wenig steil
ZS (- +)
ziemlich chwierig
ab 35°längere Rutschwege mit Bremsmöglichkeiten (Verletzungsgefahr)kurze Steilstufen ohne Ausweichmöglichkeiten, Hindernisse in mässig steilem Gelände erfordern gute Reaktion (sichere Spitzkehren nötig)Engpässe kurz, aber steil
S (- +)
schwierig
ab 40°lange Rutschwege, teilweise in Steilstufen abbrechend (Lebensgefahr)Steilhänge ohne Ausweichmöglichkeiten. Viele Hindernissen erfordern eine ausgereifte und sichere Fahrtechnik Engpässe lang und steil. Kurzschwingen für Könner noch möglich
SS (- +)
sehr schwierig
ab 45°Rutschwege in Steilstufen abbrechend (Lebensgefahr) allgemein sehr anhaltend steiles Gelände. Oft mit Felsstufen durchsetzt. Viele Hindernissen in kurzer FolgeEngpässe lang und sehr steil. Abrutschen und Quersprünge nötig
AS (- +)
ausserordentlich schwierig
ab 50°äusserst ausgesetzt äusserst steile Flanken oder Couloirs. Keine Erholungsmöglichkeit in der AbfahrtEngpässe lang und sehr steil, mit Stufen durchsetzt, nur Quersprünge und Abrutschen möglich
EX
extrem schwierig
ab 55°extrem ausgesetztextreme Steilwände und Couloirsevtl. Abseilen über Felsstufen nötig

Hilfskriterien

  • Erschwerte Orientierung in Aufstieg und Abfahrt
  • Routenverlauf nicht einsehbar
  • Routenfehler sind kaum oder gar nicht mehr korrigierbar.

Die Bewertungen der SAC-Skala betreffen nur die Schwierigkeiten und Gefahren im Aufstieg mit Ski und der Abfahrt. Bei einigen Touren in diesem Buch gibt es Gipfelanstiege die mit Steigeisen bewältigt werden müssen, auf das dann gesondert hingewiesen wird. Weiters ist zu beachten, dass in der Skala nur die technische Schwierigkeit im anspruchsvollsten Abschnitt der Tour bewertet ist. Das bedeutet, wenn eine Tour auf langen Strecken leicht ist und eine Steilstelle hat wird die Tour mit der Schwierigkeit der Seilstelle bewertet. Die im Text verwendeten Ausdrücke für Hangsteilheiten entsprechen den Bezeichnungen in der europäischen Lawinengefahrenskala: Steilhänge sind über 30 Grad, sehr steile Hänge über 35 Grad und extrem steile Hänge über 40 Grad steil. Die Länge einer Tour und die dafür notwendige Kondition wird in dieser Skala nicht bewertet. Die von einem durchschnittlichen Skibergsteiger in etwa benötigte Zeit und die zu bewältigenden Höhenmeter werden an den jeweiligen Touren zusätzlich dargestellt. Bei den angegebenen Zeiten wird in etwa davon ausgegangen, dass pro Stunde 400 Höhenmeter bewältigt werden. Für lange Flachstücke und zusätzliche Schwierigkeiten wie Steigeisenpassagen wurde zusätzlich Zeit veranschlagt. Auch Zeiten für Felle abnehmen oder aufkleben, Helm und Skibrille anziehen und so weiter sind berücksichtigt. Es ist immer eine Gipfelrast einkalkuliert und je länger die Tour ist desto mehr ist für zusätzliche Pausen angesetzt.